Wie reist man am Besten durch Madagaskar?

Madagaskar ist ein Reiseziel, das einzigartiger nicht sein könnte.

Von unberührten Wäldern und einsamen Stränden bis hin zu einer unglaublichen Artenvielfalt bietet Madagaskar wirklich alles, was das Reiseherz begehrt.

Doch so schön Madagaskar auch ist, so hart ist auch die Realität: der Inselstaat ist das fünftärmste Land der Welt. Die Armut ist sehr hoch und die Korruption teilweise noch viel höher. Die Menschen vor Ort sind zwar eine der herzlichsten, die wir jemals kennenlernen durften, und für Touristen ist das Land tatsächlich relativ sicher, doch die Armut und die Probleme des Landes sind allgegenwärtig. Diese äußern sich vor allem in der unglaublich schlechten Infrastruktur des Landes. Aufgrund der maroden und teils desaströsen Zuständen der Straßen braucht man für wenige 100 Kilometer teils mehrere Stunden.

Deshalb stellt sich bei einer Reise nach Madagaskar bei jedem Reisenden einmal die Frage: „Wie komme ich in Madagaskar von A nach B?“. Keine Sorge – wir haben alles, was ihr über Transportmöglichkeiten wissen müsst, zusammengetragen.

Keine Zeit zum Lesen?

Die einfachste Möglichkeit, Madagaskar zu bereisen: das Flugzeug

Wer Madagaskar gerne bequem und schnell bereisen möchte, der kann auf die Inlandsflüge zurückgreifen, die alle von dem Flughafen Antananarivo in der Hauptstadt ausgehen und in touristische Gebiete und größere Städte fliegen.

 

Welchen Vorteil haben die Inlandsflüge in Madagaskar?

  • Man kommt schnell und bequem von einem Ort zum anderen
  • Es bietet sich vor allem an, wenn man viele Orte in Madagaskar in kurzer Zeit sehen möchte
  • Man muss nicht stundenlang im Auto oder Bus sitzen

 

Welchen Nachteil haben die Inlandsflüge in Madagaskar?

  • Die Flüge innerhalb Madagaskars sind leider ziemlich teuer. Eine Strecke kostet meist um die 250,00 €
  • Alle Fluglinien gehen von dem Flughafen Antananarivo in der Hauptstadt aus, das heißt, dass man immer einen Zwischenstopp hier einlegen muss
  • Die Flüge in Madagaskar sind sehr unzuverlässig und werden auch häufig spontan gestrichen

Komfortabel mit dem Bus durch Madagaskar – mit Cotisse oder Soatrans

Wer Madagaskar gerne günstig aber einigermaßen komfortabel über den Landweg bereisen möchte, der kann auf die Busunternehmen Cotisse oder Soatrans zurückgreifen. Diese fahren zwischen allen großen Städten in Madagaskar hin und her. Eine Fahrt kostet hier zwischen 10,00 € und 30,00 € je nach Distanz und Klasse. Es gibt meistens drei unterschiedliche Preisklassen, die jeweils von der größe des Busses bestimmt werden. Wir sind lediglich mit der günstigsten Preisklasse gefahren und waren in einem 16-Sitzer Minivan. Achtung: hier gibt es kein Flixbus oder ähnliches, es gibt nur Minivans oder Sprinter. Der beste Platz ist meistens tatsächlich hinter dem Fahrer, da man hier am meisten Beinfreiheit hat, jedoch am besten auf der Seite, auf der keine Tür ist, damit man auch während den Pausen durchschlafen kann.

Wie buche ich ein Cotisse oder Soatrans in Madagaskar?

Die einfachste Möglichkeit, ein Cotisse oder Soatrans Transfer in Madagaskar zu buchen, ist es direkt zur jeweiligen Station zu laufen und sich ein Ticket zu kaufen. Man kann auch in jeder Station Tickets für jede mögliche Strecke kaufen. Am besten kommt man einfach ein paar Tage vor Abfahrt. Notfalls kann man auch telefonisch seinen Platz reservieren.

Ist nachts Busfahren in Madagaskar gefährlich?

Kurzum: mit Cotisse und Soatrans defintiv nicht. Wir sind mehrere Male über Nacht gefahren, genauso wie die Einheimischen. Man sollte einfach auf seine Wertsachen aufpassen, wie überall auf der Welt aber generell ist das Busfahren auch in der Nacht in Madagaskar sehr sicher. Mit dem Taxi Brousse sind wir keine Langstrecken gefahren, daher können wir dazu nichts sagen. Dies ist aber noch verbreiteter unter den Madagassen, da es am günstigsten ist und wir glauben nicht, dass es sonderlich gefährlich ist – allerhöchstens wegen der rasanten Fahrweisen der Fahrer. 

Welche Strecken kann man mit Cotisse oder Soatrans in Madagaskar fahren?

Die Busunternehmen verkehren zwischen allen großen Städten in Madagaskar. So sind wir von Osten (Toamasina) nach Antananarivo gefahren und von dort aus in den Westen (Morondava). Gleiches gilt auch für den Süden und mehrere Städte dazwischen.

Luxus auf vier Rädern: Mit dem privaten Fahrer durch Madagaskar

Die beste Option, Madagaskar zu bereisen und davon sehr viel von dem Land zu sehen, ist natürlich der private Fahrer. Dieser fährt dich überall hin, wo du möchtest und stoppt auch wann und wo du willst. Außerdem kennen die Fahrer meist das ganze Land und können dir wirklich gute Tipps und versteckte Orte zeigen. 

Kann man in Madagaskar auch selbst fahren?

Nein, davon würden wir stark abraten. Außerdem kann man meistens als Ausländer ohne Fahrer auch gar kein Auto mieten. Die Straßen sind in fürchterlichem Zustand, was das Selbstfahren auch sehr anstrengend machen würde. Auch muss man oft LKWs auf engen Straßen überholen, was sehr gefährlich sein kann, wenn man die Straßenregeln nicht kennt.

Wann lohnt sich ein privater Fahrer in Madagaskar?

 Ein privater Fahrer lohnt sich vor allem, wenn man auch die abgelegeneren Orte abseits der Touristenpfade erkunden möchte. Der Fahrer fährt einen überall hin und gibt meistens noch hilfreiche Tipps. 

Wie viel kostet ein privater Fahrer in Madagaskar?

Ein privater Fahrer in Madagaskar kostet zwischen 50,00 und 80,00 € pro Tag. Hierbei sollten aber auch Benzin und Unterkunft + Verpflegung für den Fahrer dabei sein.

Abenteuer auf Kurzstrecken: Mit dem Taxi Brousse durch Madagaskar

Das Hauptverkehrsmittel der meisten Madagassen ist das Taxi Brousse. Dieses ist eine Art „Sammeltaxi“, meist Minivans oder Sprinter. Diese werden wortwörtlich vollgestopft mit Menschen, meist viel mehr als es überhaupt Sitze gibt. Darüber hinaus werden hier auch Tiere transportiert (wir reden hier wirklich von Hühnern und Enten unter den Sitzen und Ziegen auf dem Dach). Jedes Mal waren wir erneut erstaunt, wie voll beladen diese Taxi Brousse sein können – sowohl innen aber auch auf dem Dach. Für das Taxi Brousse in Madagaskar gibt es keine wirklichen Fahrpläne, sie fahren sehr unregelmäßig, da meist erst abgefahren wird, wenn der Bus voll ist. Die Busse sind meist in katastrophalem Zustand und wären auf deutschen Straßen wahrscheinlich seit über einem Jahrzehnt nicht zugelassen. Dementsprechend oft haben diese Busse eine Panne. Es ist daher nicht empfehlenswert, lange Strecken mit dem Taxi Brousse zu fahren. Trotzdem sollte man mindestens einmal mit einem Taxi Brousse fahren, da das echt eine einmalige Experience ist. Allerdings sollte man das wirklich nur bei Kurzstrecken machen.

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